Über mich

Michael Kral liebt die Weite der Landschaft. Feinstrichig beschreibt er sie in eindrücklichen Zeichnungen, Grafiken, Acryl- und Ölbildern. Für ihn ist der Augenblick vor der Natur wichtig, deren Konzentrat er aus bewegten, oft unruhigen, mit weiß aufgehellten Bildflächen herstellt, die kubisch aufgebaut sind, dennoch lyrisch anmuten und auch impressionistische Stimmungen erzeugen. Seine Bilder weisen den Maler als Kenner von Form und Farbe aus, der auch die Stadt liebt und ihr ihren eigenen Charme abgewinnt. Seine Arbeiten beeindrucken durch die Leichtigkeit der Wahrnehmung und die räumliche Ausdehnung in die Bildtiefe. Kral´s Werke sind manchmal auch von innen heraus gesteuert, wobei der Strich oft gegen die Form arbeitet. Er wählt Ausschnitte mit großer kompositorischer Kraft. Sie spiegeln sowohl sein Wesen als Städter als auch seine große Naturverbundenheit. Heinz Weißflog, Autor und Kunstkritiker (1952-2024)

Michael Kral

 

1970  in Görlitz geboren
seit 1975  in Dresden zu Hause
1983-1985  Jugendkunstschule Schloß Albrechtsberg Dresden
1986  Förderklasse an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
1986–1988  Ausbildung zum Schauwerbegestalter in Görlitz und Niesky
1988–1990  Abendstudium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
1990  Gründung einer Agentur für Kommunikationsdesign & Gestaltung
seit 1991 
Studienreisen in zahlreiche europäische und afrikanische Länder
seit 2000  freischaffend als Maler, Grafiker, Illustrator, Designer und Fotograf

Ausstellungen

 

2026   Stadt- und Landschaft – kunstgehæuse Dresden
2025  
Winterausstellung – Künstlerhof Kunath Röhrsdorf (Gruppe)
2024   
10 Jahre kunstgehæuse Dresden (Gruppe)
2024   Malerei & Zeichnungen – Blaue Fabrik Dresden
2024
  Malerei/Grafik/Fotografie – Stichelei & Mitbringsel Dresden (Gruppe)
2024   Romantik On/Off (250 Jahre CDF) – Greifswald (Gruppe)
2022   Werde Kunst – Blaue Fabrik Dresden (Gruppe)
2022   Winterausstellung – Künstlerhof Kunath Röhrsdorf (Gruppe)
2017   Ölpastellbilder – Weinseelig, der Weinladen im Hecht Dresden
2017   Karikatur & Illustration Blaue Fabrik Dresden (Gruppe)
2016   Aktbilder – Secret Desire Dresden
2016   Malerei & Grafik – Kunstfest Meißen (Gruppe)
2015   Parablau ist mal nebenan – EKZ Simmel Albertplatz Dresden (Gruppe)
2015   Berührungen mit Johann Kral – Blaue Fabrik Dresden
2014   Malerei & Grafik – Praxis Dr. Wunderlich Dresden
2013   Malerei & Grafik mit Thomas Cristians – Amtsgericht Quedlinburg
2011   Bunte Gesichter der Neustadt (Fotografien) – Stadtteilhaus Dresden
2010   Spiegelbild – Neues Rathaus Dresden (Gruppe)
1997   Ölpastellbilder – Ortsamt Dresden-Loschwitz (Gruppe)
1995   Fotografie, Malerei und Skulpturen Club für Dich Dresden (Gruppe)
1993   Zeichnungen & Illustrationen mit Mamei – Galerie Schloß Nickern Dresden

Laudatio Kuratorin Cornelia Köckritz – parablau Dresden 10.05.2024

Goethe
„Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen, Und haben sich, eh‘ man es denkt, gefunden;
Der Widerwille ist auch mir verschwunden, Und beide scheinen gleich mich anzuziehen.
Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen!
Und wenn wir erst in abgemeßnen Stunden Mit Geist und Fleiß uns an die Kunst gebunden, Mag frei Natur im Herzen wieder glühen.
So ist’s mit aller Bildung auch beschaffen:
Vergebens werden ungebundne Geister
Nach der Vollendung reiner Höhe streben.
Wer Großes will, muß sich zusammen raffen;
In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister, Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.“

Warum das Gedicht? In ihm stecken viele Gedanken die mir beim Betrachten der Bilder von Michael Kral in den Sinn kommen. Wobei ich hier die Natur mit der Landschaft gleichsetze und die Kunst mit Malerei und Zeichnung . Michael Kral geht in die Natur sei es die Landschaft der böhmischen und sächsischen Schweiz oder die Stadtlandschaft in unmittelbarer Umgebung. Er wandert er spaziert er erkundet und findet Ansichten die er im Skizzenblock festhält, von der Notizen mit dem Fotoapparat macht oder in der er direkt malt oder zeichnet. Aquarell, Ölpastell, Farbstifte, Kreide, Tusche – ihm ist jedes Mittel recht die Landschaften zu erfassen, ihre Wesen zu ergründen und festzuhalten. Ob Pleinair in der Landschaft oder daheim im Atelier, es geht um das Wesentliche, nicht um die reine Nachbildung der Natur sondern daum ihrem Wesen Ausdruck zu verleihen. So kann es sein, dass sich vor uns eine Landschaft mit leidenschaftlichen Pinselstrichen, sich überlagerten Farbschichten und abstrakten Formen aufbaut. Kraftvoll und energiegeladen wird man in die Landschaft egal ob Stadt oder Land hineingesogen Man kann sich von ihrer Kraft forttragen lassen oder einfach fallen lassen.
Auch in seinen Zeichnungen widmet sich Michael Kral Stadtansichten und Landschaftsansichten der unmittelbaren Umgebung, des Nachbarlandes bis hin zur Ostsee. Mit großem Können schafft es Michael Kral mit grafischen Mitteln, mit schwarz weiß und verschiedensten Materialien das Motiv und die jeweilige Stimmung die in der Landschaft liegt zu vermitteln.
Sagt man die Natur ist ein Spiegel für die Seele so schafft Michael Kral Abbildungen derselben. Die Landschaftsmalerei – und Zeichnungen zeigen seine tiefe Verbundenheit mit der Natur.

Burkhard Hoffmann:
„Die Natur bringt uns zu unseren Sehnsüchten und unseren Ängsten. In der Natur und im Umgang mit ihr finden wir uns wieder.
Seit Jahrtausenden nutzen Menschen die Natur, um Antworten auf innere Prozesse, Veränderungen und Fragen zu finden.“

Viele Völker nutzen naturbezogene Rituale, um eine Selbstfindung zu erleichtern, um die Kraft von Lebensübergängen und Lebenskrisen nutzbar zu machen.
Dieses Wissen um die natürlichen Prozesse in der Natur als Spiegel menschlicher Entwicklungen ist über die letzten Jahrhunderte zunehmend in den Hintergrund gerückt.

„Menschen gehen heute eher zum Therapeuten als in die Natur, um Antworten auf Lebensfragen zu finden“, sagt Burkhard Hoffmann.

Heute erleben sich viele Menschen von der Natur getrennt. Gleichzeitig gibt es einen regelrechten Boom auf die Natur.

Mit diesem Boom verbinde ich gleich noch ein WOW und wünsche ihnen viel Freude und Genuss in der Ausstellung.
Die Ausstellung geht bis 28. Juni.2024 und ist Mittwoch und Freitag geöffnet aber auch so jederzeit zugänglich.

Vielen Dank.

Laudatio Dr. Ulrich Hübner – kunstgehæuse Dresden 26.03.2026

Liebe Kunstliebhabende, lieber Michael,
in Michael Krals Ölbildern erleben wir ein Farbgewitter sondergleichen. Nicht nur die Wahl der Couleur, sondern auch deren dicker Auftrag machen jedes einzelne Werk zu einem Erlebnis. Die Kraft in jedem Bild geht dabei von der künstlerischen Inszenierung des Gesehenen aus. So erlebt er die wundschöne Stadt Dresden mit dem breiten Elbstrom als lebendiges und natürliches Ereignis und versteht zugleich die Widrigkeiten, die jeder Urbanität innewohnen auszublenden. Er verleiht dieser Stadt Schönheit, die ihr zweifelsfrei gebührt, die jedoch vor dem Hintergrund ihrer Zerrissenheit, Versehrtheit und Neuüberformung im Alltag kaum noch spürbar ist. Das ist eine große Kunst und zeugt
zugleich von einer großen Liebe zu Dresden. Wie dringt Kral aber in die Tiefen derart ein, dass der Betrachter sich sofort mitgenommen und aufgefordert fühlt, seine Position zu dieser Stadt zu äußern. Es sind die Interpretationen meine Damen und Herren. Wir sehen eine Silhouette mit einem großen Segelschiff auf der Elbe – ein Zeichen der Hoffnung und motivisch bereits durch Caspar David Friedrichs Werk „Das große Gehege“ von 1823 manifestiert. Während bei Friedrich die klare Kontur in den Bildgegenständen die dämmrige Stimmung präsentiert, ist es bei Kral vielmehr der freie Umgang mit den Bildgründen und den Objekten in der Landschaft. Geradezu aufgewühlt wirken die erzählerischen Szenen mit Segelschiff und Crew, fliegenden Möwen und spazierenden Menschen. Wer diesen Ort und diese Elbsinnlichkeit kennt, empfindet bei dem Bild sofort einen mentalen Wiederholungseffekt und fühlt sich im Bild verortet. Was ich nun gerade für diese Bild
ausgeführt habe, gilt wiederum für alle Szenen- und Naturbilder Michael Krals. Schauen wir auf die Dresden-Silhouette, ein zu jeder Zeit von den Künstlern gern gewähltes Motiv, erleben wir verschiedene Tageszeiten, Stimmungen und Eindrücke. Ob im Schnee oder in der Nacht, Kral malt es so, dass es in besonderer Form berührt und zugleich real verstanden wird. Melancholie-Frohsinn, Geborgenheit-Freiheit sowie Präsenz und Vergänglichkeit treffen wohldosiert aufeinander und erzählen damit nicht nur die Geschichte der Stadt Dresden, sondern auch unser aller eigene. Schauen wir auf die Gemälde aus der Sächsisch Böhmischen Schweiz mit den Vulkankegeln auf der einen und den Sandsteinfelsen auf der anderen
Grenzseite. Die Natur eint alles und die Bilder Krals tuen das ebenso. Die statischen Berge bilden den Kontrast zu den im Wind flatternden Blättern an den Baumästen. Sowohl sehen wir darin einen beruhigenden philosophischen Gegensatz als auch die Dynamik, die unser Leben beschreibt. Die Bilder Krals vermögen uns das direkt vor Augen zu führen, uns dabei zugleich Freude empfinden zu lassen, ohne uns mit den Unbilden unseres Daseins zu konfrontieren. In der geliebten Dresdner Neustadt ist Kral nicht nur zu Hause, sondern er belebt sie durch seine Anwesenheit schon seit Beginn ihrer Entwicklung zum Szeneviertel Dresdens. Mit Schmunzeln gestaltet er auf seinen Bildern die Straßenführungen, die Autos, die Passanten, die Ausstattungen, wie Laternen und Geschäfte. Farblich macht er das Viertel noch viel bunter als es ohnehin schon ist. Die verschiedenen Häuser lässt er organisch miteinander kommunizieren, verschmelzen und verspringen. So entsteht ein ganzes Lebensgefühl, was in den Bildern geradezu ideal zum Tragen kommt. Den gesellschaftlichen Zustand, wie sich die Neustadt bis heute noch versteht, dass vielmehr Beitrage zum Zusammenleben geliefert werden, als der geistigen und wirtschaftlichen Entzweiung Raum gegeben ist, beschreibt Kral in seinen Szenenbildern ausgesprochen gut. Auch hier bleibt uns die Hoffnung und die Sehnsucht, dass dieses Konzept zukunftsfähig bleibt, ansonsten könnten wir nur noch in die Bilder eintauchen und sie übernähmen gleichzeitig die Rolle eines historischen Zeugnisses.
Was beeinflusst Kral in seiner Kunst: Der kraftvolle Farbauftrag, der freie Umgang mit der Form, die Grundhaltung an das Gesehene und die Bewegung in seinen Bildern, lassen ihn deutlich der Dresdner Malschule zuordnen. So sind die Bilder Bernhard Kretschmars, Herbert Kunzes und die von Siegfried Klotz, alle prägende Künstler und Lehrprofessoren an der Hochschule für Bildende Künste Dresden auch Michael Kral bekannt und von ihm geschätzt. Seine Lehre in der Abendschulklasse an der HfBK beschreibt er als ausgesprochen produktiv
und gewinnbringend. Einer seiner Lehrer dort – der Künstler Horst Weber -, der für seine expressive Farbigkeit bekannt ist, beeinflusste sicher das Farbverständnis Krals. Die eigene und unverkennbare Interpretation des Gesehenen, schöpft er ebenso aus seinen zahlreichen anderen Professionen, wie Fotografie, die ihm die Momentaufnahme und Komposition lehrt, die Karikatur, die ihm die lockere Verfremdung erlaubt und die Musik, die audioreal einen
anderen musischen Bereich freilegt. Die Vielfalt erlaubt dabei die Freiheit im Umgang mit Idee, Inspiration und Neuschaffen. Ein Blick auf die Internetseite Krals offenbart seine umfängliche Auseinandersetzung mit den Künsten.
Enden werde ich nun mit einem bekannten Zitat des Impressionisten Claude Monets, das auch aus den Ölbildern Krals spricht: „Ich schaffe keine Wunder, ich verwende einfach und vergeudend viel Farbe.“ Genießen Sie nun die Bilder.

Birgit Thömel sagt:

„Ich hatte mir zusammen mit meinem großen Töchterchen Deine Ausstellung angeschaut. Besonders die Gemälde gefielen mir. Während darauf die Details von Straßen und Gebäuden nur angedeutet sind, strahlen viele Deiner Bilder eine große räumliche Tiefe aus: das spiegelnde Wasser eines Sees oder der Elbe, die Häuserecken am Ende einer Straße, die Fenster der Häuser in der Neustadt, die meinen Blick hinter ihre Scheiben zu ziehen schienen. Die Aura wirkt, die Objekte selbst treten zurück. Diese Konzentration auf die räumliche Tiefe fand ich besonders spannend.“

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